Gesponsert: Trailer zu "Maze Runner"

„Was ist das hier?“; „Wer hat uns hierher gebracht?“; „Ich kann mich an gar nichts erinnern!“; „Was ist da draußen?“; „Das Labyrinth“. Fragen und Antworten, die mir bekannt vorkommen. Wurde mein Leben (the first 50 years) endlich verfilmt, oder sollte es noch mehr Leute geben, die sich so fühlen wie ich? „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ jedenfalls bemüht sich erfolgreich um eine große, wie die Filmkritik es gerne ausdrückt, „Authentizität“! Jeden Morgen die selben Fragen: “Wie kam ich in dieses Bett?“; „Wer hat mich eigentlich wirklich gezeugt?“ „Ohweh, eins von den 14 Bierchen gestern war wohl schlecht.“ Und: „Wie weit ist es zum nächsten Getränkestützpunkt und komme ich da auch an, ohne zu kotzen?“ – Scherz beiseite: „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ verspricht Unterhaltung auf hohem Niveau, und dieses mit jugendlichem Schwerpunkt, denn jemand, bei wem die Namen Dylan O’Brien oder Kaya Scodelario nun nicht gleich erotisch motivierte hysterische Zustände hervorrufen, muss sich wahrscheinlich damit abfinden, nicht mehr so ganz taufrisch zu sein. Ob ihm die actiongewaltigen Schauwerte dieser doch für das 3D-Verfahren geradezu prädestinierten Teenager zermalmenden Labyrinthwände allerdings trotzdem zusagen, sei dahin gestellt. Dieses, das 3D-Verfahren übrigens wäre dann das einzige, was Abstriche machte beim hehren Authentizitätsprojekt des Cineplexx-Blockbusters „Maze Runner  – Die Auserwählten im Labyrinth“, denn wie wir ja alle wissen, ist unser aller Realität alles andere als in 3D, sie ist in Wahrheit flach, platt und vordergründig.  (Dieser Text wurde gesponsert von 20th Century Fox !)


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Destroy All Movies!!!: The Complete Guide to Punks on Film

Oliver Nöding

Überfällige Geschichtsrevision

Was haben so unterschiedliche Filme wie Penelope Spheeris′ "Suburbia", Uli Edels "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo", der Troma-Film "Atomic Hero", Mark L. Lesters "Die Klasse von 1984", Howard Deutchs Teenieromanze "Pretty in Pink", die Achtzigerjahre-Hitkomödie "Crocodile Dundee", Verhoevens "RoboCop", Dennis Hoppers "Out of the Blue", Scorseses "Die Zeit nach Mitternacht", Julian Schnabels Biopic "Basquiat" oder die G.G.-Allin-Doku "Hated" miteinander gemein? Die Antwort: In allen sind Punks in mehr oder weniger prominenten Rollen vertreten und das qualifiziert sie automatisch dazu, in "Destroy All Movies!!! The Complete Guide To Punks On Film" besprochen zu werden.

Filmische Nachschlagewerke gibt es wie Sand am Meer. Neben umfangreichen Enzyklopädien wie dem "Lexikon des internationalen Films", das den Anspruch erhebt, jeden im Westen irgendwie erhältlichen oder einmal gezeigten Film zu listen, oder einem Werk wie Thomas Koebners "Filmregisseure", das sich Biografie und Werk der vermeintlich wichtigsten Regisseure der Filmgeschichte essayistisch annähert, kann man mittlerweile zu nahezu jedem Genre oder Subgenre das passende Lexikon finden, wobei sich vor allem die schillernde Welt des Exploitationfilms durch ein kaum zu überschauendes Angebot hervortut.

Ob Splatter-, Zombie-, Frauengefängnis-, Kannibalen- oder Vampirfilm, ob Mex-, Blax-, Sex-, Nazi- oder Nunsploitation: Jedes noch so kleine B-Film-Phänomen ist publizistisch bereits akribisch aufgeschlüsselt und urbar gemacht worden. Nun gesellt sich mit "Destroy All Movies!!! The Complete Guide To Punks On Film" jenem ausufernden Angebot ein Buch hinzu, dessen Herausgeber sich der Aufgabe verschrieben haben, eine Filmgeschichte des "Punks" zu schreiben. Alphabetisch nach dem internationalen (also meist englischen) Verleihtitel sortiert, finden sich auf 460 großformatigen Seiten rund 1.100 Einträge zu Filmen aus aller Herren Länder und einem Produktionszeitraum, der ungefähr das letzte Viertel des vergangenen Jahrhunderts abdeckt. Was das Buch von den oben beschriebenen Genre-Enzyklopädien abhebt und seinen großen Reiz ausmacht, ist die Lockerheit der Auswahlkriterien, die die Autoren zugrunde gelegt haben: Eingang in das Buch fand jeder Film, der wenigstens einmal einen "Punk" - bzw. einen Menschen, der einen solchen darstellen soll oder als solcher zu identifizieren ist -  ins Bild setzte. Somit widmet sich der weit überwiegende Teil des Buches mitnichten dem "echten" Punkfilm, also einem Subgenre, das den Punk und seine Subkultur thematisiert, möglicherweise sogar selbst Erzeugnis dieser Subkultur ist oder sich zumindest darum bemüht, ihn besonders authentisch darzustellen, sondern der Abbildung dieser Figur durch die neuere Filmgeschichte hindurch.

"Destroy All Movies!!! The Complete Guide To Punks On Film" emanzipiert sich so vom reinen Gebrauchswert als Nachschlagewerk und tritt ein in die Sphäre der Kulturkritik: Es wird deutlich, wie der Punk und seine Bedeutung in der Massenkultur trivialisiert und marginalisiert, er negativ auf die Funktion des grellen Bürgerschrecks oder positiv auf die des durchgeknallten Paradiesvogels reduziert wurde. Dieser Zug tritt in der Gegenüberstellung mit der Subkultur ernsthaft verpflichteten Independent-Produktionen, die sich um eine vorurteilsfreie, differenzierte Zeichnung des Punks und der Szene, der er angehörte, bemühten, noch deutlicher hervor. Den Autoren kommt mithin nicht nur das Verdienst zu, die Kluft zwischen Wirklichkeit und massenmedialer Aufbereitung transparent zu machen, sie skizzieren anhand eines ganz konkreten Beispiels gleichzeitig die historisch-dialektische Entwicklung einer einst subversiven Kultur über Rezeption, Aneignung, Umformung und Trivialisierung bis zu ihrer Neutralisierung.

Seinem Sujet angemessen, ist "Destroy All Movies!!! The Complete Guide To Punks On Film" jedoch keine trockene theoretische Abhandlung geworden: Die einzelnen Texte sind von Fans des Abseitigen intelligent, pointiert und witzig geschrieben, zeichnen sich zudem durch eine frische Perspektive aus, die die Wiederentdeckung vernachlässigter oder aber längst vergessener Filme begünstigt. Ergänzt werden die von kurzen Absätzen bis zu längeren Aufsätzen reichenden Filmtexte immer wieder durch Interviews mit Musikern, Filmschaffenden und Schauspielern, die die Entstehungsgeschichte der Filme beleuchten oder über ihre Verbindungen zur Punkszene berichten. So kommen u. a. Ian McKaye, Wolfgang Büld, Ulli Lommel, Penelope Spheeris, Allan Arkush, Martah Coolidge, Bruce LaBruce, Nick Zedd und zahlreiche weitere zu Wort, die nicht gerade zu den üblichen Verdächtigen zu zählen sind.

Da das Buch auch gestalterisch ein absolutes Schmuckstück geworden ist, sich in seinem dreifarbigen Design an den handkopierten Fanzines der Szene orientiert und wahrscheinlich bald vergriffen sein dürfte, muss man es eigentlich als Pflichtkauf bezeichnen - zumindest für Leser, die des Englischen mächtig sind, denn leider gibt es das Buch nicht in deutscher Übersetzung. Für diese jedoch dürfte die Investition von knapp 26 Euro noch nie punkrockiger gewesen sein als hier.

Zack Carlson, Bryan Connolly (Hg.): "Destroy All Movies!!!: The Complete Guide to Punks on Film". Fantagraphics Books, 2010. 460 Seiten. 25,99 Euro. engl. [Link zum Verlag]

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Das Genre ernst nehmen von Nicolai Bühnemann
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Abwenden von der Realität von Ilija Matusko

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(F 2014; Jalil Lespert)
Wer nichts wagt, der nichts gewinnt von Ilija Matusko
bluray-start: 04.09.2014dvd-start: 04.09.2014

Das finstere Tal

(D / AT 2014; Andreas Prochaska)
Der Winter naht von Harald Steinwender

Das finstere Tal

(D / AT 2014; Andreas Prochaska)
Eine Geschichte von Gewalt von Lukas Schmutzer

Her

(USA 2013; Spike Jonze)
Die Stimme aus dem Off von Wolfgang Nierlin

Nymph()maniac 2

(DK / B / F / D / GB 2013; Lars von Trier)
Die Schweine sind immer die Männer von Andreas Busche

Nymph()maniac 2

(DK / B / F / D / GB 2013; Lars von Trier)
Sexgetränkt von Ilija Matusko

Nymph()maniac Teil 1

(F / B / DK / D 2013; Lars von Trier)
F**** dich, mein Herze, rein von Janis El-Bira

The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro

(USA 2014; Marc Webb)
Uhrwerke und alte Freunde von Nicolai Bühnemann
dvd-start: 29.08.2014

Hans Dampf

(D 2013; Jukka Schmidt, Christian Mrasek)
Drogen nehmen und rumfahren von Ulrich Kriest
bluray-start: 28.08.2014dvd-start: 28.08.2014

Transcendence

(USA / GB 2014; Wally Pfister)
Transzendenz und Elektroschrott von Nicolai Bühnemann
bluray-start: 22.08.2014dvd-start: 22.08.2014

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

(USA 2014; George Clooney)
Abschied vom Trauma: Raubkunstklamauk, Good Germans und Männer, die auf Bilder starren von Drehli Robnik

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

(USA 2014; George Clooney)
Terz, sentimental von Ulrich Kriest
dvd-start: 22.08.2014

Djeca - Kinder von Sarajevo

(BA / D / F / TR 2012; Aida Begic)
Im Wertevakuum von Wolfgang Nierlin

Nordstrand

(D 2013; Florian Eichinger)
Spröder werden von Ulrich Kriest

Viva la Libertà

(I 2013; Roberto Andò)
Überraschend nachdenklich von Wolfgang Nierlin
bluray-start: 07.08.2014dvd-start: 07.08.2014

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

(SW 2013; Felix Herngren)
Achselzuckend Atombomben zünden von Carsten Moll
bluray-start: 10.07.2014dvd-start: 10.07.2014

Das Mädchen und der Künstler

(ESP 2012; Fernando Trueba)
Skulptur der Trauer von Wolfgang Nierlin
dvd-start: 10.07.2014

Roland Klick Filme - DVD Collection

(D 2014; Roland Klick)
Schillernde Außenseiterfilme von Nicolai Bühnemann
bluray-start: 04.07.2014dvd-start: 04.07.2014

Only Lovers Left Alive

(D / USA / GB / F / CY 2013; Jim Jarmusch)
Alles dreht sich im Kreis von Dietrich Kuhlbrodt

Only Lovers Left Alive

(D / USA / GB / F / CY 2013; Jim Jarmusch)
Zeitgenossen der Menschheitsgeschichte von Wolfgang Nierlin

bücher

Alain Badiou: Kino. Gesammelte Schriften zum Film

Ein Kind der Film-Clubs und eine Waise der Idee der Revolution

von Ulrich Kriest

Lisa Andergassen u.a. (Hg.): Explizit! Neue Perspektiven zu Pornografie und Gesellschaft

Brain Sex

von Sven Jachmann

Georg Seeßlen: Lars von Trier goes Porno

Kollision der Systeme

von Nicolai Bühnemann

interviews

"Ich glaube fundamental an genau gestellte Fragen. Sie sind die eigentliche, tiefe Bedeutung des Erzählens, ja, von Kunst überhaupt."

Ein Gespräch mit Götz Spielmann aus Anlass seines neuen Films "Oktober November"

von Ulrich Kriest

"Warum erzählen wir uns nicht gegenseitig unsere Geschichten?"

Ein Gespräch mit dem Regisseur Christian Schwochow über seinen neuen Film "Westen"

von Ulrich Kriest

"Ein schwimmendes Mosaik"

Ein Gespräch mit Philip Gröning über seinen Film "Die Frau des Polizisten"

von Ulrich Kriest

texte

Triumph für Peter Kern

Widerspenstig, radikal, unerhört

von Nicolai Bühnemann

Zum Tod von Harun Farocki

Sich treu bleiben, indem man sich verändert

von Ulrich Kriest

Die besten Filme von 2013

And the Winners are ...

festival

Berlinale 2014 - Notizen und Kritiken

Der Berlinale-Kanal der filmgazette

9. Achtung Berlin Festival 2013

von Ricardo Brunn

19. Internationales Filmfest Oldenburg 2012

Produktionsstandort Wohnzimmer

von Carsten Happe
Gesponsert: Heißer Trailer zu "Schoßgebete"
 
Tja, schon der Trailer von  „Schoßgebete“ berührt, nämlich peinlich. Dann zum Beispiel, wenn das Testament von Lavinia Wilson als Roman-Alter-Ego von Charlotte Roche verlesen wird und der Notar dem Alter-Ego des Ehemannes von Charlotte Roche, Jürgen „Stiftzahn“ Vogel vorliest, dass sie sich erstens von ihrer Asche wünscht, in die schwarze Mülltonne entsorgt zu werden, zweitens sich wünscht, dass er, also Vogel, doch nach ihrem Dahinscheiden möglichst schnell wieder (unfreiwillige Scherze sind eh die besten) vögeln solle, auch Großbusige seien erlaubt. Und drittens müsse sie (Lavinia, Elizabeth, Charlotte) bei Anal-Sex immer an Alice Schwarzer denken, weil diese den als männliche Dominanzausübung verstehe. Ich - liebe Leser - möchte hingegen nicht an Frauen denken müssen, die bei ihrem Analsex an Alice Schwarzer denken, im Gegenteil möchte ich nichts von Leuten wissen, die ihre privaten Trivialitäten nur so vor sich her tragen, wie einen schlechten Atem. Dabei war doch Charlotte Roche mal eine ganz gute und schlaue Musikmoderatin und auch als Talkmasterin hatte und hat sie immer pfiffige Ideen und Schlagfertiges zu bieten. Wer nur hat ihr geflüstert, es mit Literatur zu versuchen? – Jemand, der weiß, wie man in Deutschland Geld macht, offenbar. Ihr erster Roman „Feuchtgebiete“ ging weg wie warme Semmel, ohne gut geschrieben oder interessant zu sein, und ihr zweiter, „Schoßgebete“ hatte in wenigen Tagen die Verkaufszahlen aller möglichen Klassiker in den Schatten gestellt. Die Bücher von Roche, die jeweils eigentlich immer ziemlich überschaubar von einer Frau handeln, die der Roche doch auffallend ähnelt und die ihr Heil stets in sexueller Erfüllung incl. Gebrauchsanweisungen sucht, jedoch damit eigentlich immer irgendein persönliches Trauma (doofe Eltern: „Feuchtgebiete“, Autounfall: „Schoßgebete“) zu heilen trachtet, sind deshalb interessant, weil sie für so viele Deutsche interessant sind. Sie und ihre Verfilmungen, besonders eine wie diese von Sönke Wortmann, geben Aufschluss über die Lage einer Nation, die darniederliegt, und zwar zwischen sexuellen Details und bösen Traumata, die dann ja doch an allem Schuld sind (was in Wahrheit der neoliberale Kapitalismus so verzapft). Tja.
Dieser Artikel wurde gesponsert von Constantin Film!