Gesponsert: Trailer zu "Maze Runner"

„Was ist das hier?“; „Wer hat uns hierher gebracht?“; „Ich kann mich an gar nichts erinnern!“; „Was ist da draußen?“; „Das Labyrinth“. Fragen und Antworten, die mir bekannt vorkommen. Wurde mein Leben (the first 50 years) endlich verfilmt, oder sollte es noch mehr Leute geben, die sich so fühlen wie ich? „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ jedenfalls bemüht sich erfolgreich um eine große, wie die Filmkritik es gerne ausdrückt, „Authentizität“! Jeden Morgen die selben Fragen: “Wie kam ich in dieses Bett?“; „Wer hat mich eigentlich wirklich gezeugt?“ „Ohweh, eins von den 14 Bierchen gestern war wohl schlecht.“ Und: „Wie weit ist es zum nächsten Getränkestützpunkt und komme ich da auch an, ohne zu kotzen?“ – Scherz beiseite: „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ verspricht Unterhaltung auf hohem Niveau, und dieses mit jugendlichem Schwerpunkt, denn jemand, bei wem die Namen Dylan O’Brien oder Kaya Scodelario nun nicht gleich erotisch motivierte hysterische Zustände hervorrufen, muss sich wahrscheinlich damit abfinden, nicht mehr so ganz taufrisch zu sein. Ob ihm die actiongewaltigen Schauwerte dieser doch für das 3D-Verfahren geradezu prädestinierten Teenager zermalmenden Labyrinthwände allerdings trotzdem zusagen, sei dahin gestellt. Dieses, das 3D-Verfahren übrigens wäre dann das einzige, was Abstriche machte beim hehren Authentizitätsprojekt des Cineplexx-Blockbusters „Maze Runner  – Die Auserwählten im Labyrinth“, denn wie wir ja alle wissen, ist unser aller Realität alles andere als in 3D, sie ist in Wahrheit flach, platt und vordergründig.  (Dieser Text wurde gesponsert von 20th Century Fox !)


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Der Dieb des Lichts

(Frankreich / Deutschland / Niederlande / Kirgisien 2010; Regie: Aktan Arym Kubat)

Bedrohte Identität

foto: © neue visionen
Weil es in dem kirgisischen Landstrich wenig Arbeit und Wohlstand gibt, gehen die jungen Männer nach Kasachstan und Russland. Die Alten bleiben derweil daheim und nerven mit ihrer beharrlichen Schwerhörigkeit und stolzen Heimatliebe jene windigen Geschäftemacher und berechnenden Investoren, die es auf Ländereien und Immobilien abgesehen haben und dafür mit Dollars und kostspieligen Geschäftsessen die lokale Politik instrumentalisieren. Die Preise für den privatisierten Strom steigen in dieser strukturschwachen Region kontinuierlich und wider alle Vernunft an. Nur der Wind über den weiten Ebenen scheint sich treu zu bleiben.

Natürlich regt sich in diesem unaufgeregt hingetupften, mit feiner Ironie ziselierten Setting auch ein leiser Widerstand, dessen Träger sich jedoch weniger subversiv versteht und stattdessen mit naiver Aufrichtigkeit tätige Nächstenliebe praktiziert. Verkörpert wird er mit sanftem Mut und sozialem Gewissen vom örtlichen Elektriker Svet-Ake, der von Aktan Arym Kubat, dem Regisseur des Films "Der Dieb des Lichts", selbst gespielt wird. Der "gute Mensch" mit dem großen Herzen dreht nämlich die Stromzähler derjenigen Dorfbewohner zurück, "die nicht bezahlen können", was nicht ohne Konsequenzen bleibt. Insgeheim hegt der liebevolle Familienvater aber eine energiepolitische Vision und träumt von einer autonomen, windgetriebenen Energiegewinnung. Dafür lässt er sich zunächst arglos mit den neuen, falschen Wortführern ein.

Kubats Film wirft jedoch nicht nur einen kritischen Blick auf die Ankunft der Globalisierung in einem kleinen kirgisischen Dorf, sondern zeichnet vor allem das stimmungsvolle Portrait eines stets aufmerksamen, solidarischen und liebevollen Menschen, dessen Handeln Anteilnahme ausdrückt und der doch nicht frei ist von Widersprüchen und Versuchungen. So wünscht sich der Vater von vier Töchtern sehnlichst einen Sohn; und eine geheimnisvolle Schöne aus der Nachbarschaft weckt sein erotisches Begehren. Verwoben sind diese teils burlesken Episoden wiederum mit Impressionen des traditionellen Lebens, seinen Bräuchen und Ritualen, hinter denen eine bedrohte Identität aufscheint.

Wolfgang Nierlin

Benotung des Films: (7/10)


Der Dieb des Lichts
OT: Svet-Ake
Frankreich / Deutschland / Niederlande / Kirgisien 2010 - 80 min.
Regie: Aktan Arym Kubat - Drehbuch: Aktan Arym Kubat, Talip Ibraimov - Produktion: Altynai Koichumanova, Cédomir Kolar, Thanassis Karathanos, Marc Baschet, Karl Baumgartner, Denis Vaslin - Kamera: Khassan Kydyraliev - Schnitt: Petar Markovic - Musik: Matthias Adler - Verleih: Neue Visionen - FSK: ab 12 Jahre - Besetzung: Aktan Arym Kubat, Taalaikan Abazova, Askat Sulaimanov, Asan Amanov, Stanbek Toichubaev
Kinostart (D): 14.04.2011

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt1646979/
Pressespiegel auf filmz.de: http://www.filmz.de/film_2011/der_dieb_des_lichts/links.htm
Pressespiegel auf film-zeit.de: http://www.film-zeit.de/Film/21931/DER-DIEB-DES-LICHTS/Kritik/

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Gesponsert: Heißer Trailer zu "Schoßgebete"
 
Tja, schon der Trailer von  „Schoßgebete“ berührt, nämlich peinlich. Dann zum Beispiel, wenn das Testament von Lavinia Wilson als Roman-Alter-Ego von Charlotte Roche verlesen wird und der Notar dem Alter-Ego des Ehemannes von Charlotte Roche, Jürgen „Stiftzahn“ Vogel vorliest, dass sie sich erstens von ihrer Asche wünscht, in die schwarze Mülltonne entsorgt zu werden, zweitens sich wünscht, dass er, also Vogel, doch nach ihrem Dahinscheiden möglichst schnell wieder (unfreiwillige Scherze sind eh die besten) vögeln solle, auch Großbusige seien erlaubt. Und drittens müsse sie (Lavinia, Elizabeth, Charlotte) bei Anal-Sex immer an Alice Schwarzer denken, weil diese den als männliche Dominanzausübung verstehe. Ich - liebe Leser - möchte hingegen nicht an Frauen denken müssen, die bei ihrem Analsex an Alice Schwarzer denken, im Gegenteil möchte ich nichts von Leuten wissen, die ihre privaten Trivialitäten nur so vor sich her tragen, wie einen schlechten Atem. Dabei war doch Charlotte Roche mal eine ganz gute und schlaue Musikmoderatin und auch als Talkmasterin hatte und hat sie immer pfiffige Ideen und Schlagfertiges zu bieten. Wer nur hat ihr geflüstert, es mit Literatur zu versuchen? – Jemand, der weiß, wie man in Deutschland Geld macht, offenbar. Ihr erster Roman „Feuchtgebiete“ ging weg wie warme Semmel, ohne gut geschrieben oder interessant zu sein, und ihr zweiter, „Schoßgebete“ hatte in wenigen Tagen die Verkaufszahlen aller möglichen Klassiker in den Schatten gestellt. Die Bücher von Roche, die jeweils eigentlich immer ziemlich überschaubar von einer Frau handeln, die der Roche doch auffallend ähnelt und die ihr Heil stets in sexueller Erfüllung incl. Gebrauchsanweisungen sucht, jedoch damit eigentlich immer irgendein persönliches Trauma (doofe Eltern: „Feuchtgebiete“, Autounfall: „Schoßgebete“) zu heilen trachtet, sind deshalb interessant, weil sie für so viele Deutsche interessant sind. Sie und ihre Verfilmungen, besonders eine wie diese von Sönke Wortmann, geben Aufschluss über die Lage einer Nation, die darniederliegt, und zwar zwischen sexuellen Details und bösen Traumata, die dann ja doch an allem Schuld sind (was in Wahrheit der neoliberale Kapitalismus so verzapft). Tja.
Dieser Artikel wurde gesponsert von Constantin Film!