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Premium Rush

(USA 2012; Regie: David Koepp)

Bremsen sind der Tod

foto: © sony
Ein Stahlrahmen, ein Gang, keine Bremsen. Das Credo des Fahrradkuriers gibt auch ein gutes Rezept für eine verbesserte, reduzierte Form des Actionfilms ab. Regisseur David Koepp fungiert als Autor großformatiger Blockbuster ("Jurassic Park", "Mission Impossible", "Spiderman") gewöhnlich im Hintergrund; sein "Premium Rush" verhält sich nun eher wie die Antithese zu den Filmen, mit denen man Koepps Namen ansonsten assoziiert. "Premium Rush" verzichtet bis auf ein paar gimmickhafte Googlemaps-Einblendungen und einige sehr unterhaltsame, 3D-animierte Unfallszenarien auf flashige Effekte. Sein Film ist gemessen an den High Tech-Vehikeln, die Hollywood saisonal bedingt in die Multiplexe spült, das Fixie unter den Actionfilmen. Mean and lean - und überdreht wie ein Chuck Jones-Cartoon. Nicht zufällig nennt sich der von Joseph Gordon-Levitt gespielte Fahrradkurier, angelehnt an Jones′ Cartoonfigur Wile E. Coyote, Wilee. Wilee ist der beste und waghalsigste unter den Kurieren, die jeden Tag die Straßen von New York unsicher machen. "Bremsen sind der Tod", lautet sein Motto. Streng genommen spielt Wilee in "Premium Rush" allerdings den Roadrunner. Seine Nemesis, Wile E. Coyote, ist ein korrupter Cop namens Bobby Monday, der Michael Shannons Kuriositätenkabinett von derangierten Psychos ein weiteres unvergessliches Gesicht hinzufügt.

Der Cop jagt einem Briefumschlag hinterher, der sich in Wilees Kuriertasche befindet. Aber was in der Tasche landet, bleibt in der Tasche. Auch so ein Kurier-Credo. Der Inhalt des Umschlags ist ohnehin nicht mehr als ein klassischer MacGuffin: der Vorwand für einige halsbrecherische Verfolgungsjagden einmal quer durch den Rush Hour-Verkehr von Manhattan. Wilee auf dem Fahrrad, Detective Monday im Auto hinterher, unterstützt von einem Fahrradpolizisten, der ein ums andere Mal an den Gesetzen der Schwerkraft scheitert. Wilee auf seinem Fixie ist dagegen unkaputtbar. Die Fahrradstunts wurden real gedreht, was "Premium Rush" eine schöne Griffigkeit verleiht: Die Verfolgungdjagden sind rasant, aber nie over the top. Was man von Michael Shannon nicht behaupten kann, der seinen Bobby Monday als entgrenzten Borderliner spielt  - augenrollend und irre vor sich hin brabbelnd. Damit wird er Nicolas Cage über kurz oder lang ernsthaft Konkurrenz machen. In gerade mal 90 Minuten liefert "Premium Rush" den schlagenden Beweis, dass das gute alte B-Movie noch lange kein Relikt der Vergangenheit ist.

Dieser Text erschien zuerst in: pony #77

Andreas Busche

Benotung des Films: (7/10)


Premium Rush
USA 2012 - 91 min.
Regie: David Koepp - Drehbuch: David Koepp, John Kamps - Produktion: Gavin Polone - Kamera: Mitchell Amundsen - Schnitt: Derek Ambrosi, Jill Savitt - Verleih: Sony - FSK: ab 12 Jahre - Besetzung: Joseph Gordon-Levitt, Jamie Chung, Michael Shannon, Dania Ramirez, Aasif Mandvi, Aaron Tveit, Nick Damici, Anthony Chisholm, Heather Lindell, Lauren Ashley Carter
Kinostart (D): 18.10.2012
DVD-Start (D): 28.02.2013

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt1547234/
Pressespiegel auf filmz.de: http://www.filmz.de/film_2012/premium_rush/links.htm

Details zur DVD:
Bild: 2.40:1 (anamorph) - Sprache: Deutsch, Englisch (DD 5.1) - Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch - Extras: Dokumentationen, Trailer - FSK: ab 12 Jahre - Verleih: Sony

Trailer:


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