Gesponsert: Trailer zu "Maze Runner"

„Was ist das hier?“; „Wer hat uns hierher gebracht?“; „Ich kann mich an gar nichts erinnern!“; „Was ist da draußen?“; „Das Labyrinth“. Fragen und Antworten, die mir bekannt vorkommen. Wurde mein Leben (the first 50 years) endlich verfilmt, oder sollte es noch mehr Leute geben, die sich so fühlen wie ich? „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ jedenfalls bemüht sich erfolgreich um eine große, wie die Filmkritik es gerne ausdrückt, „Authentizität“! Jeden Morgen die selben Fragen: “Wie kam ich in dieses Bett?“; „Wer hat mich eigentlich wirklich gezeugt?“ „Ohweh, eins von den 14 Bierchen gestern war wohl schlecht.“ Und: „Wie weit ist es zum nächsten Getränkestützpunkt und komme ich da auch an, ohne zu kotzen?“ – Scherz beiseite: „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ verspricht Unterhaltung auf hohem Niveau, und dieses mit jugendlichem Schwerpunkt, denn jemand, bei wem die Namen Dylan O’Brien oder Kaya Scodelario nun nicht gleich erotisch motivierte hysterische Zustände hervorrufen, muss sich wahrscheinlich damit abfinden, nicht mehr so ganz taufrisch zu sein. Ob ihm die actiongewaltigen Schauwerte dieser doch für das 3D-Verfahren geradezu prädestinierten Teenager zermalmenden Labyrinthwände allerdings trotzdem zusagen, sei dahin gestellt. Dieses, das 3D-Verfahren übrigens wäre dann das einzige, was Abstriche machte beim hehren Authentizitätsprojekt des Cineplexx-Blockbusters „Maze Runner  – Die Auserwählten im Labyrinth“, denn wie wir ja alle wissen, ist unser aller Realität alles andere als in 3D, sie ist in Wahrheit flach, platt und vordergründig.  (Dieser Text wurde gesponsert von 20th Century Fox !)


filme 0-9 a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z     

Now Is Good - Jeder Moment zählt

(Großbritannien 2012; Regie: Ol Parker)

Metastasen-Kino

foto: © universum
Wenn der Film beginnt, sind die Diagnosen längst gestellt, alle Therapieversuche gescheitert, kein Kampf wird mehr gekämpft. Tessa ist 17 und unheilbar an Leukämie erkrankt. Was bleibt, ist der Wunsch, dem Leben doch noch etwas abzuringen, so lange dafür Zeit ist. Auf der Liste steht: Sex haben. Drogen nehmen. Das Gesetz brechen. Berühmt werden.

Die Zeit, die bleibt, das sind 100 Minuten Spielfilm. "Wie wollen Sie′s angehen? Das Todkranke-Mädchen-Ding oder haben Sie was Originelleres geplant", fragt der todgeweihte Teenager einen Radiomoderator, als der Tessas Krankheit in seiner Show zur rührseligen Anekdote verwursten will. Die Frage nach der Originalität muss sich auch Regisseur und Drehbuchautor Ol Parker gefallen lassen, wenn er seine junge Protagonistin so selbstbewusst und -reflexiv die klischeehafte Medialisierung von Krebsleiden anprangern lässt. Und zumindest zu Beginn überrascht Parker, indem er sein Drama mit deutlichen Anleihen an Jason Reitmans und Diablo Codys "Juno" inszeniert. Popmusik, ein Zeichentrickintro und vor allem Dakota Fanning als Tessa, die abgeklärt und mit trockenem Witz ihrer Umwelt begegnet, unterlaufen erst einmal die Sentimentalität, die der Stoff vom todkranken Mädchen mit sich bringt.

Als Twiggy-Verschnitt mit Kurzhaarfrisur, dünnem Körper und antrainiertem britischen Akzent posiert Fanning als Sterbende, und man kann es nicht anders sagen: Der Tod steht ihr gut, wenn ihr nicht gerade literweise Blut aus der Nase sprudelt. Zu mehr als einem Motor für die mechanische Dramaturgie taugt die tödliche Krankheit dann nämlich auch nicht.

Pflichtbewusst werden die Stationen bis zum Ableben im dramaturgisch richtigen Moment abgeklappert und dabei allerlei konventionelle Kinomomente generiert: ein Feuerwerk, bei Nacht im Meer baden, Schlittschuhlaufen, mit dem süßen Boy auf einer Bank im Schnee sitzen oder mit dem Motorrad fahren, während im Hintergrund Pferde galoppieren. So zahm und unaufregend lässt sich ein Teenagerleben in Szene setzen. Statt auf den Spuren von Diablo Cody zu wandeln, begibt sich Parker immer mehr ins Terrain stetig wuchernder Schmalz-Franchises à la Twilight und Nicholas Sparks und bedient sich einer kitschigen Ästhetik, die man auch aus Werbung und schlechter Modefotografie kennt.

Bei all den schwülstigen Bildern und Liebesschwüren, die im Verlauf der Handlung immer präsenter werden, bleiben Tessas Erfahrungen mit Sex, Drogen und auch ihr Sterben eher bloße Behauptung. Das Ableben der Protagonistin ist dann letzten Endes auch ein für alle Beteiligten versöhnliches, um die Sterbende herum  wurden Mütter, Paare und Familien produziert, deren Glück im Angesicht des Todes noch mal so hell erstrahlt. So endet der Film mit ein paar warmen Worten der dahinsiechenden Tessa, dazu das überbelichtete Bild von einem Baby in der Frühlingssonne, zum Abspann noch ein Song von Ellie Goulding. Jetzt ist aber wirklich mal gut.

Carsten Moll

Benotung des Films: (4/10)


Now Is Good - Jeder Moment zählt
Großbritannien 2012 - 99 min.
Regie: Ol Parker - Drehbuch: Ol Parker - Produktion: Graham Broadbent, Peter Czernin - Kamera: Erik Wilson - Schnitt: Peter Lambert - Musik: Dustin O'Halloran - Verleih: Universum - Besetzung: Dakota Fanning, Jeremy Irvine, Kaya Scodelario, Olivia Williams, Paddy Considine, Patrick Baladi, Franz Drameh, Rakie Ayola, Isabella Laughland, Joe Cole, Julia Ford, Tom Kane
DVD-Start (D): 19.04.2013

IMDB-Link: http://www.imdb.com/title/tt1937264/

Details zur DVD:
Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9) - Sprache: Deutsch, Englisch (DD 5.1) - Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte - Extras: Interviews, Deleted Scenes, B-Roll - FSK: ab 12 Jahre - Verleih: Universum

Artikel teilen:          


Kommentare


Einträge: 1

argos schrieb am 10.7.2013 um 2:03 Uhr :

Ich muss sagen, der Film ist einfach nur großartig und eigentlich nicht die typische Krebsgeschichte, auch die Hauptdarstellerin hat einen tollen Charakter und eine coole Einstellung geschrieben bekommen. Das Ende ist sehr rührend und ich musste -wie ich zugeben muss- auch einige Tränen vergießen, der Film ist empfehlenswert für junge Teenagermädchen bis zu ihren Müttern. Im Grunde wohl eher ein Frauenfilm.





Einträge: 1   Seite: 1 (von 1)
im kino:aktuelldemnächst
kinostart: 18.09.2014

Concerning Violence

(DK / FI / SW / USA 2014; Göran Olsson)
"Die Dekolonisation ist immer ein Phänomen der Gewalt" von Nicolai Bühnemann
kinostart: 11.09.2014

A Most Wanted Man

(USA / GB / D 2013; Anton Corbijn)
Der Spion, der es versiebte von Nicolai Bühnemann

A Most Wanted Man

(USA / GB / D 2013; Anton Corbijn)
Vorbildlich antiklimaktisch von Andreas Busche

Maps to the Stars

(CAN / USA / F / D 2014; David Cronenberg)
Big Trouble in der Lindenstraße von Ulrich Kriest
kinostart: 04.09.2014

Amma & Appa

(D 2014; Franziska Schönenberger, Jayakrishnan Subramanian)
The Chutneyfication of Kartoffelsalat von Carsten Moll

Erlöse uns von dem Bösen

(USA 2014; Scott Derrickson)
Padre Masters Satanas as Bana Goes Bananas von Drehli Robnik

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

(GB / I 2013; Uberto Pasolini)
Rest in peace von Wolfgang Nierlin

Sto Spiti - At Home

(GR 2014; Athanasios Karanikolas)
Erst kommt der Reichtum, dann die Moral von Ilija Matusko

The Texas Chainsaw Massacre (WA)

(USA 1974; Tobe Hooper)
Meat the Family von Nicolai Bühnemann
kinostart: 28.08.2014

Can A Song Save Your Life?

(USA 2014; John Carney)
Verlorene Sterne von Wolfgang Nierlin

Diplomatie

(D / F 2014; Volker Schlöndorff)
"Wir müssen reden ..." von Ulrich Kriest

Wolfskinder

(D 2013; Rick Ostermann)
Durchs wilde Ostpreußen von Ulrich Kriest
kinostart: 21.08.2014

Die langen hellen Tage

(GE / F / D 2013; Nana Ekvtimishvili, Simon Groß)
Brot und Kriege von Nicolai Bühnemann

Madame Mallory und der Duft von Curry

(USA 2014; Lasse Hallström)
Variationen vom Leipziger Allerlei mit Garam Marsala von Ulrich Kriest

Sag nicht, wer du bist!

(F / CA 2013; Xavier Dolan)
Lügen oder leben? von Ulrich Kriest

When Animals Dream

(DK 2014; Jonas Alexander Arnby)
Das Fremde in mir von Carsten Happe
kinostart: 14.08.2014

Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

(D 2013; Isabell Suba)
Neues vom Nachwux von Ulrich Kriest

Night Moves

(USA 2013; Kelly Reichardt)
Wettlauf gegen die Zeitbombe von Andreas Thomas
kinostart: 07.08.2014

Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

(D 2014; Barbara Weber)
Bayerische Wurstigkeit und ein Hauch von Punk von Nicolai Bühnemann
kinostart: 31.07.2014

Die Innere Zone

(D / CH 2014; Fosco Dubini)
Äußerungen des Inneren von Dietrich Kuhlbrodt
auf dvd:aktuelldemnächst
bluray-start: 05.09.2014dvd-start: 05.09.2014

The Grand Budapest Hotel

(USA / D 2014; Wes Anderson)
Bitte nicht stören von Marit Hofmann

The Grand Budapest Hotel

(USA / D 2014; Wes Anderson)
Brennende Geheimnisse von Lukas Schmutzer

The Grand Budapest Hotel

(USA / D 2014; Wes Anderson)
Abwenden von der Realität von Ilija Matusko

Yves Saint Laurent

(F 2014; Jalil Lespert)
Wer nichts wagt, der nichts gewinnt von Ilija Matusko
bluray-start: 04.09.2014dvd-start: 04.09.2014

Das finstere Tal

(D / AT 2014; Andreas Prochaska)
Der Winter naht von Harald Steinwender

Das finstere Tal

(D / AT 2014; Andreas Prochaska)
Eine Geschichte von Gewalt von Lukas Schmutzer

Her

(USA 2013; Spike Jonze)
Die Stimme aus dem Off von Wolfgang Nierlin

Nymph()maniac 2

(DK / B / F / D / GB 2013; Lars von Trier)
Die Schweine sind immer die Männer von Andreas Busche

Nymph()maniac 2

(DK / B / F / D / GB 2013; Lars von Trier)
Sexgetränkt von Ilija Matusko

Nymph()maniac Teil 1

(F / B / DK / D 2013; Lars von Trier)
F**** dich, mein Herze, rein von Janis El-Bira
dvd-start: 29.08.2014

Hans Dampf

(D 2013; Jukka Schmidt, Christian Mrasek)
Drogen nehmen und rumfahren von Ulrich Kriest
bluray-start: 28.08.2014dvd-start: 28.08.2014

Transcendence

(USA / GB 2014; Wally Pfister)
Transzendenz und Elektroschrott von Nicolai Bühnemann
bluray-start: 22.08.2014dvd-start: 22.08.2014

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

(USA 2014; George Clooney)
Abschied vom Trauma: Raubkunstklamauk, Good Germans und Männer, die auf Bilder starren von Drehli Robnik

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

(USA 2014; George Clooney)
Terz, sentimental von Ulrich Kriest
dvd-start: 22.08.2014

Djeca - Kinder von Sarajevo

(BA / D / F / TR 2012; Aida Begic)
Im Wertevakuum von Wolfgang Nierlin

Nordstrand

(D 2013; Florian Eichinger)
Spröder werden von Ulrich Kriest

Viva la Libertà

(I 2013; Roberto Andò)
Überraschend nachdenklich von Wolfgang Nierlin
bluray-start: 07.08.2014dvd-start: 07.08.2014

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

(SW 2013; Felix Herngren)
Achselzuckend Atombomben zünden von Carsten Moll
bluray-start: 10.07.2014dvd-start: 10.07.2014

Das Mädchen und der Künstler

(ESP 2012; Fernando Trueba)
Skulptur der Trauer von Wolfgang Nierlin
dvd-start: 10.07.2014

Roland Klick Filme - DVD Collection

(D 2014; Roland Klick)
Schillernde Außenseiterfilme von Nicolai Bühnemann
bluray-start: 04.07.2014dvd-start: 04.07.2014

Only Lovers Left Alive

(D / USA / GB / F / CY 2013; Jim Jarmusch)
Alles dreht sich im Kreis von Dietrich Kuhlbrodt

Only Lovers Left Alive

(D / USA / GB / F / CY 2013; Jim Jarmusch)
Zeitgenossen der Menschheitsgeschichte von Wolfgang Nierlin

bücher

Alain Badiou: Kino. Gesammelte Schriften zum Film

Ein Kind der Film-Clubs und eine Waise der Idee der Revolution

von Ulrich Kriest

Lisa Andergassen u.a. (Hg.): Explizit! Neue Perspektiven zu Pornografie und Gesellschaft

Brain Sex

von Sven Jachmann

Georg Seeßlen: Lars von Trier goes Porno

Kollision der Systeme

von Nicolai Bühnemann

interviews

"Ich glaube fundamental an genau gestellte Fragen. Sie sind die eigentliche, tiefe Bedeutung des Erzählens, ja, von Kunst überhaupt."

Ein Gespräch mit Götz Spielmann aus Anlass seines neuen Films "Oktober November"

von Ulrich Kriest

"Warum erzählen wir uns nicht gegenseitig unsere Geschichten?"

Ein Gespräch mit dem Regisseur Christian Schwochow über seinen neuen Film "Westen"

von Ulrich Kriest

"Ein schwimmendes Mosaik"

Ein Gespräch mit Philip Gröning über seinen Film "Die Frau des Polizisten"

von Ulrich Kriest

texte

Triumph für Peter Kern

Widerspenstig, radikal, unerhört

von Nicolai Bühnemann

Zum Tod von Harun Farocki

Sich treu bleiben, indem man sich verändert

von Ulrich Kriest

Die besten Filme von 2013

And the Winners are ...

festival

Berlinale 2014 - Notizen und Kritiken

Der Berlinale-Kanal der filmgazette

9. Achtung Berlin Festival 2013

von Ricardo Brunn

19. Internationales Filmfest Oldenburg 2012

Produktionsstandort Wohnzimmer

von Carsten Happe
Gesponsert: Heißer Trailer zu "Schoßgebete"
 
Tja, schon der Trailer von  „Schoßgebete“ berührt, nämlich peinlich. Dann zum Beispiel, wenn das Testament von Lavinia Wilson als Roman-Alter-Ego von Charlotte Roche verlesen wird und der Notar dem Alter-Ego des Ehemannes von Charlotte Roche, Jürgen „Stiftzahn“ Vogel vorliest, dass sie sich erstens von ihrer Asche wünscht, in die schwarze Mülltonne entsorgt zu werden, zweitens sich wünscht, dass er, also Vogel, doch nach ihrem Dahinscheiden möglichst schnell wieder (unfreiwillige Scherze sind eh die besten) vögeln solle, auch Großbusige seien erlaubt. Und drittens müsse sie (Lavinia, Elizabeth, Charlotte) bei Anal-Sex immer an Alice Schwarzer denken, weil diese den als männliche Dominanzausübung verstehe. Ich - liebe Leser - möchte hingegen nicht an Frauen denken müssen, die bei ihrem Analsex an Alice Schwarzer denken, im Gegenteil möchte ich nichts von Leuten wissen, die ihre privaten Trivialitäten nur so vor sich her tragen, wie einen schlechten Atem. Dabei war doch Charlotte Roche mal eine ganz gute und schlaue Musikmoderatin und auch als Talkmasterin hatte und hat sie immer pfiffige Ideen und Schlagfertiges zu bieten. Wer nur hat ihr geflüstert, es mit Literatur zu versuchen? – Jemand, der weiß, wie man in Deutschland Geld macht, offenbar. Ihr erster Roman „Feuchtgebiete“ ging weg wie warme Semmel, ohne gut geschrieben oder interessant zu sein, und ihr zweiter, „Schoßgebete“ hatte in wenigen Tagen die Verkaufszahlen aller möglichen Klassiker in den Schatten gestellt. Die Bücher von Roche, die jeweils eigentlich immer ziemlich überschaubar von einer Frau handeln, die der Roche doch auffallend ähnelt und die ihr Heil stets in sexueller Erfüllung incl. Gebrauchsanweisungen sucht, jedoch damit eigentlich immer irgendein persönliches Trauma (doofe Eltern: „Feuchtgebiete“, Autounfall: „Schoßgebete“) zu heilen trachtet, sind deshalb interessant, weil sie für so viele Deutsche interessant sind. Sie und ihre Verfilmungen, besonders eine wie diese von Sönke Wortmann, geben Aufschluss über die Lage einer Nation, die darniederliegt, und zwar zwischen sexuellen Details und bösen Traumata, die dann ja doch an allem Schuld sind (was in Wahrheit der neoliberale Kapitalismus so verzapft). Tja.
Dieser Artikel wurde gesponsert von Constantin Film!